WHO erwähnt in ihrem neuesten Bericht zur Luftqualität NO2 nicht mehr.

NO2 in der EU gilt seit 2010 ein Jahresmittel-Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Der Grenzwert in den USA liegt etwa bei 100 Mikrogramm

In der weiteren Dieseldebatte muss unbedingt diesen ultrafeinen Partikeln die Hauptaufmerksamkeit gelten, so Heinz Fuchsig. Eine Nachrüstung großer Schwerfahrzeuge mit entsprechenden Filtern wäre daher wesentlich wichtiger als die Nachrüstung von PKWs mit Hardware zur Verminderung der weniger relevanten Stickoxide aus Auspuffabgasen. Die Technik ist dabei nicht nur erheblich günstiger, sondern auch wirksamer: Studien ergeben eine Partikel-Reduktion um 99,99%. Die Schweiz hat 95% der öffentlichen Busse mit Filtern nachgerüstet und kann dadurch einen Grenzwert von 12 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft vermutlich bald einhalten.

Laut jüngsten Berichten der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden jährlich ca. 7 Millionen Menschen schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Feinstaub. In diesem Bericht wird Stickstoffdioxid als Schadstoff allerdings nicht explizit erwähnt.

Der Dieselskandal beschäftigt nach wie vor: Automobilhersteller, Politik, Autobesitzer, Anwohner … Studien wollen belegen, dass durch den vermehrten Stickoxid-Ausstoß von Diesel-Motoren europaweit jährlich Tausende Menschen vorzeitig sterben. Doch nun legen neueste Forschungsergebnisse nahe, dass nicht die Stickoxide Ursache der Gesundheitsgefährdung sind, sondern ein anderer Übeltäter: Feinstaub oder vielmehr so genannter Ultrafeinstaub. Das perfide: Diese Feinstäube sind nach Ansicht der Experten eigentlich besser und zudem kostengünstiger zu beseitigen als die Stickoxide: Per Partikelfilter-Nachrüstung.